Pressemitteilung zu den Leitprojekten der Stadt Köln: "Stärkung der Freien Szene"

Köln, den 19. April 2018. Pressemitteilung der Initiative Freie Musik Köln (IFM e.V.) zum Leitprojekt des Kulturdezernats (Stärkung der Freien Szene) und dem fahrlässigen Umgang der Kulturverwaltung im Abrufen verfügbarer Fördermittel.

Auf Anregung der Oberbürgermeisterin wurden von allen Dezernaten der Stadtverwaltung ab 2018 sogenannte „Leitprojekte“ formuliert. Sondervorhaben wenn man so will, die mit zusätzlichen Mitteln besondere Arbeitsfelder ausbauen und fördern sollen. Auch das Kulturdezernat hat drei solcher Leitprojekte formuliert; eines davon ist die „Stärkung der freien Szene als Akteur der Stadtgesellschaft“. Diese Schwerpunktsetzung der Verwaltung wird vom IFM eindeutig begrüßt.

Eine Anfrage der Fraktionen im Stadtrat von CDU und Grünen hat nun ergeben, dass vom Kulturdezernat zur Umsetzung der geplanten Leitprojekte nicht die volle zur Verfügung stehende Summe von drei Millionen Euro abgerufen wurde, sondern nur etwa 60 Prozent davon, sprich 1,9 Millionen Euro. Zur Begründung schreibt die Verwaltung, dass dies die Gelder seien, die „realistisch in 2018 benötigt würden“. Als größter Lobbyverband der Freien Musikszene, empfindet der IFM diese Einschätzung der Dezernatsspitze als skandalös und geradezu zynisch mit Blick auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen der hier ansässigen Künstlerinnen und Künstler. Es scheint, als ob die Verwaltung noch längst nicht in dem Maße für die Belange der Freien Szene sensibilisiert ist, wie dies zu erwarten wäre von einer Stelle, die sich das Modell der zwei gleichwertigen Kultursäulen (Institutionen einer- und Freie Szene andererseits) wiederholt öffentlichkeitswirksam auf die Fahnen schreibt.

Während am Offenbachplatz eine der teuersten Kulturbaustellen der Republik Millionen verschlingt, scheint es verwaltungsseitig wenig Bewusstsein dafür zu geben, dass eine der produktivsten Kunstszenen der Stadt viel zu oft vor existenziell finanziellen Problemen steht. Es ist weit mehr als nur eine Fahrlässigkeit, auf einen wesentlichen Teil der zur Verfügung stehenden Mittel aus freien Stücken zu verzichten, wo doch die zusätzlichen Gelder so einfach zur Verbesserung der Situation hätten nutzbar gemacht werden können.

Als Interessensvertretung der Freien Musikszene Kölns, hätte der IFM in den Überlegungen des Dezernats konsultiert werden müssen. Wir fordern dringend den Dialog mit den Verantwortlichen, um solchen Versäumnissen aktuell und in Zukunft entgegenzuwirken.Die Freie Musikszene verdient angesichts ihrer herausragenden Qualität eine größere Beachtung. Der IFM ist gerne bereit, an Leitprojekten, die die Stadt Köln u.a. musikalisch und vielfältig bereichern, auf Augenhöhe mitzuarbeiten.

Für den Vorstand und Sprecherrat des IFM e.V.
Birgit Ellinghaus, Daniel Mennicken, Tobias Kassung
(Vorstände)

Download der Pressemitteilung von Vorstand & Sprecherrat vom 19. April 2018

 

Pressemitteilung zur Kölner Musiknacht 2018

In der Folge der Umorganisation des IFM e.V. sind derzeit zahlreiche konzeptionelle und organisatorische Änderungen im Prozess. Um dabei nicht im laufenden Prozess über die eigenen Füße zu stolpern haben wir uns dazu entschieden, dass es im Jahr 2018 keine Kölner Musiknacht geben wird.

Ziel ist es die Interessen aller Akteure der freien Kölner Musikszene zu vertreten und ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen stetig zu verbessern. Die Mitgliederversammlung, der Vorstand und der Sprecherrat des IFM e.V. haben deshalb entschieden, zunächst über eine Neukonzeption von geeigneten Veranstaltungen und Präsenzen der Kölner Musikszene zu beraten, um adäquate Antworten und neue Formate zu entwickeln, die den aktuellen kulturpolitischen, künstlerischen und ökonomischen Anforderungen der Kölner Musikszene als Gesamtheit und allen Musikern in der Stadt sowie bei ihren Aktivitäten in NRW, national und international zur Verbesserung der kreativen Arbeit dienlich sind.

Download der Pressemitteilung des Vorstands vom 9. März 2018

 

Protokolle der Mitgliederversammlungen des IFM e.V.

 

Satzungen und Geschäftsordnungen des IFM e.V.