Musik in Köln
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Initiativkreis Freie Musik (IFM)

Wer ist der IFM

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Abstract: Der „Initiativkreis Freie Musik” (IFM) setzt sich seit 1999 für die Interessen freischaffender Musiker in Köln ein. Er ist ein kulturpolitischer Zusammenschluss von Ensembles, Vereinen, Initiativen, Veranstaltern und Spielstätten mit inzwischen fast 400 Mitgliedern. Der IFM führt Gespräche mit der Kulturverwaltung der Stadt, dem Kulturministerium des Landes NRW, dem WDR, der Hochschule für Musik und Tanz Köln sowie weiteren Einrichtungen, die den Rahmen des Kölner Kultur- und Musiklebens mitbestimmen. Zu vermitteln sind dabei vor allem die Qualität, Vielfalt, Potentiale und Probleme der Freien Szene. Letztere sind in den vergangenen fünfzehn Jahren erheblich gewachsen. Die Wahrnehmung dieser Probleme außerhalb der Szene ist jedoch gering. Auf kommunaler Ebene war der IFM bei der Entwicklung eines Musikförderkonzepts des Kulturamts beteiligt, das im September 2008 vom Rat der Stadt Köln verabschiedet wurde und jetzt von der Verwaltung umgesetzt werden muss. Seit 2005 veranstaltet der IFM die „Kölner Musiknacht” mit 100 Konzerten an 25 Spielstätten des Innenstadtbereichs, um einmal im Jahr geballt die Qualität und Vielfalt der Kölner freien Musikszene einer großen Öffentlichkeit zu präsentieren.

Wer ist der IFM?

Der Begriff „frei” im Namen des IFM bezeichnet zunächst den nüchternen Umstand, dass die hier zusammengeschlossenen Musiker nicht Angestellte oder Mitglieder einer städtischen oder Landes-Institution sind. Zugleich ist die spezifische Qualität der Freien Szene angesprochen, besonders beweglich, innovativ, kreativ und flexibel zu agieren. Ursprünglich 1999 von der „Kölner Gesellschaft für Neue Musik” als eigener kulturpolitischer Arm ins Leben gerufen, verselbständigte sich der IFM binnen weniger Monate durch die Mitwirkung von Musikern aller Sparten. Mittlerweile nehmen eine mehr oder minder stark wechselnde Auswahl aus etwa 400 Künstlern, Veranstaltern, Ensembles und Gruppen an den Diskussionen im IFM teil. Sie arbeiten in den Bereichen der Aktuellen Musik, der komponierten und improvisierten Neuen Musik, des traditionellen Jazz, der klassischen Kammermusik, der Alten Musik in authentischer Aufführungspraxis, des Chorlebens, der Elektronik, Intermedialität, Performance sowie in künstlerischen Grenzbereichen. Die interne Abstimmung von Positionen und Initiativen des IFM erfolgt durch monatliche Treffen, zu denen per Email-Verteiler eingeladen und informiert wird. Der IFM steht allen freiberuflich und professionell arbeitenden Kölner Musikerinnen und Musikern offen. Diese wählen sich einen oder zwei Sprecher zur Artikulation ihrer Artikulation ihrer Interessen. Sprecher waren seit der Gründung Dr. Robert v. Zahn, Maria Spering, hans w koch und (zeitweilig als Koordinator) Dr. Rainer Nonnenmann.

Seit den 1980er Jahren hat es mehrfach Versuche gegeben, die Künstler der Kölner Musikszene an einen Tisch zu bringen. Keiner davon war für mehr als wenige Monate von Erfolg gekrönt. Dass der IFM nun schon seit 1999 kontinuierlich und erfolgreich arbeitet, liegt nicht zuletzt daran, dass die Bedingungen für kreative musikalische Unternehmungen in Köln immer ungünstiger wurden, was eine starke Interessenvertretung immer dringender erforderlich machte.

Krisensituation

Stadtvertretung und Stadtverwaltung haben für das Musikleben außerhalb der städtischen Institutionen nie viel tun müssen – und es dennoch bei Bedarf gerne vorgezeigt. Die Rahmenbedingungen waren durch die Aktivitäten des WDR in Köln, durch die Musikhochschule und durch überdurchschnittliches bürgerschaftliches Engagement für das freie Kulturleben stets günstig, ohne dass dafür im städtischen Etat nennenswerte Mittel bereitstehen mussten. Seit den 1990er Jahren jedoch verschlechtern sich die Rahmenbedingungen in einem Maße, wie es zuvor wohl kaum einer geahnt hatte.

Im Jahr 2004 war ein Tiefpunkt erreicht. Die Stadt hatte das komplette Musikreferat im Kulturamt nach sukzessiven Streichungen damals gerade einmal mit einem Etat von 130.000 Euro ausgestattet. Dem standen und stehen viele, viele Millionen Euro gegenüber, die jährlich in die städtischen Musikinstitutionen fließen. Gleichzeitig sorgt jedoch die Freie Szene immer noch für einen wesentlichen Teil der Wirkung der Musikstadt. Infolge dieser Diskrepanz stellte sich für die Musiker mit zunehmender Dringlichkeit die Sinnfrage der kulturpolitischen Prioritäten von Stadtvertretung und -verwaltung.

Der Produktionsbetrieb des WDR kann den Mangel an städtischem Engagement kaum auffangen, denn er hat seit Jahren unter steigenden Ansprüchen von außen vorwiegend mit sich selbst zu tun. Auf Seiten des Landes wurde die Förderung der Freien Szene zur Zeit Kulturministers Michael Vespers drastisch reduziert. Seit 2005 sind die Mittel wieder erhöht worden, wovon vor allem die Künstler der Freien Szene profitieren können, die sich für Projekte der kulturellen Bildung engagieren. Doch eine systematische Förderung der Freien Szene und ihres kreativen Schaffens gibt es auch dort nicht. Problematisch ist auch der Umstand, dass Projektförderungen durch das Land oft nicht zustande kommen, weil das Land eine Co-Finanzierung durch die Kommune fordert, die diese aber gerade im Falle Kölns oft geben kann oder mag. Mit der politischen Durchsetzung der Forderung des Kulturdezernenten der Stadt Köln Prof. Georg Quander, den im Bundesdurchschnitt mit bisher 3% vom Gesamthaushalt erbärmlich niedrigen Kulturetat der Stadt jährlich um einen halben Prozentpunkt vom Gesamthaushalt auf mittelfristig 6% des Gesamthaushalts zu erhöhen – was de facto einer jährlichen Aufstockung um mehrere Millionen Euro entspricht –, konnte seit 2007 wieder eine hoffnungsvoll stimmende Trendwende eingeleitet werden.

Gleichzeitig fühlen sich die freien Akteure des Kölner Musiklebens nach wie vor wie in einem Zangengriff zwischen Verschlechterungen des Steuerwesens und ordnungsbehördlichen Auflagen. Die sogenannte Ausländersteuer hat in den neunziger Jahren zu immensen Belastungen der Veranstalter und zu einem Rückgang von Einladungen an Künstler des Auslands geführt. Das Zusammenspiel mit internationalen Koryphäen ist aber eine wichtige Komponente für die Lebendigkeit und Qualitätssicherung einer künstlerischen Szene. Die Stadt erhebt ihrerseits Vergnügungssteuer auf Veranstaltungen, deren musikalisches Profil nicht dem tradierten E-Musik-Begriff zu entsprechen scheint. Zudem werden die Einnahmen vieler Musiker aus den Urheberrechten ihrer Arbeit infolge der sich ausbreitenden Rechtlosigkeit im Internet drastisch beschnitten.

Was ist zu tun?

Oft stehen hinter den bestehenden Schwierigkeiten Kommunikationsprobleme und Wahrnehmungsdefizite. Der IFM sucht deswegen das Gespräch mit den entsprechenden Institutionen und versucht, die Anliegen der Musiker zu vermitteln und Maßnahmen für die Verbesserung der Rahmenbedingungen der Musikschaffenden in Köln vorzuschlagen. Als das Kulturamt der Stadt Köln 2001 begann, ein Musikförderkonzept zu entwickeln und damit einem Auftrag des Kulturausschusses folgte, diente der IFM als Hauptansprechpartner, um die problematische Situation des Musikszene detailliert zu erfassen und Verbesserungsvorschläge zu entwickeln. Das Musikreferat erarbeitete in den folgenden Jahren unter steter Einbeziehung des IFM ein Konzept, das eine Kombination von kurz- und mittelfristigen Maßnahmen vorsieht, um strukturell maßgebliche Unterstützungen zu leisten. Kernstück ist die Einführung von Struktur- und Spielstättenförderungen, wie sie erstmals im Theaterförderkonzept verwirklicht wurden. Diese Förderungen sollen mittelfristige Projekte von Ensembles, Gruppen und Foren über zwei oder vier Jahre hinweg unterstützen, so dass den Künstlern hier ein gewisses Maß an Planungssicherheit gegeben wird, das derzeit noch schmerzlich vermisst wird.

Das Musikförderkonzept erfordert eine deutliche Ausweitung der Mittel des Musikreferats im Kulturamt. Gleichwohl bietet es Gewähr für die notwendige Sicherung und eine Intensivierung der künstlerischen Arbeit in der Musikszene, die dem Ansehen Kölns zugute kommen und die aufgewendeten Mittel mehr als wert sein wird. Der IFM wird weiterhin an dieser Aufgabe mitwirken, nicht zuletzt im Rahmen des im Musikförderkonzept vorgesehenen fünfköpfigen Beirats, der das Musikreferat bei der Gestaltung übergeordneter Strukturen und Festivals berät. Der Beirat hat sich im April 2009 erstmals formiert. Er setzt sich zusammen aus einer vom Kulturamt vorgeschlagenen Persönlichkeit, Thomas Baerens (Regierungsdirektor in der Funktion als Referent für Musik der Staatskanzlei NRW in Düsseldorf), sowie vier Vertretern aus den im IFM zusammengeschlossenen Sparten der freien professionellen Musikszene Kölns. Durch eine IFM-Versammlung auf zwei Jahre gewählt wurden: Maria Spering (Alte Musik), Till Kniola (Elektronik), Reiner Michalke (Jazz + Improvisation) und Dr. Rainer Nonnenmann (Neue Musik).

Der Beirat versteht sich als strategisches Instrument zur Weiterentwicklung der Musikstadt Köln. Er will:

  1. das Musikförderkonzept und die darin genannten Förderinstrumente kritisch begleiten und optimieren helfen,
  2. in Fortschreibung des von der Stadtverwaltung vorgelegten Kulturentwicklungsplans weiterführende Konzepte zur Neupositionierung und besseren öffentlichen Wahrnehmung der Musikstadt Köln diskutieren,
  3. die Kommunikation zwischen Veranstaltern intensivieren,
  4. neue Kooperationen zwischen städtischen Einrichtungen, Landesinstitutionen und Freier Musikszene anregen,
  5. 5. für eine intensivierte Vermittlung von Musik in medialer und konzertpädagogischer Hinsicht eintreten und
  6. insgesamt die Rahmenbedingungen für Musiker in Köln verbessern.

Dr. Rainer Nonnenmann
Für den Initiativkreis Freie Musik

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