|
|
Saison 2009/2010: Konzert 1
Sonntag, 6. September 2009
Mozart und Stamitz
Deutschlandfunk, Kammermusiksaal 17 Uhr
W. A. Mozart: Violinkonzerte Nr. 3 und 4 KV 216 und 218
Carl Stamitz: Sinfonien
L´arte del mondo
Ltg. Werner Erhardt
Viktoria Mullova
Violine
![]()
Wenig schmeichelhafte Worte fand der 21-jährige Wolfgang Amadeus Mozart für die Brüder Carl und Anton Stamitz: »Elende Notenschmierer – und spieller – Säüffer«, kurzum: »keine leüte für mich«. Mehr noch als über den rüden Ton wundert man sich über Mozarts Verdammung der Stamitz’schen Kompositionen. Schwang da der Ärger mit über die eigene Situation im Paris des Jahres 1778? Das Kölner Ensemble L’arte del mondo möchte Carl Stamitz und Wolfgang Amadeus Mozart musikalisch miteinander versöhnen. Dazu hat es zwei der spielfreudigen Sinfonien von Stamitz und zwei der originellen Salzburger Violinkonzerte von Mozart ausgewählt – mit der russischen Stargeigerin Viktoria Mullova in der Solistenrolle. ProgrammfolgeCarl Stamitz (1745-1801)Sinfonie Nr. 38 Es-Dur Allegro con spirito - Andante non troppo moderato - Un poco presto Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) Violinkonzert Nr. 3 G-Dur KV 216 Allegro - Adagio - Rondeau (Allegro - Andante - Allegretto - Allegro) Pause Wolfgang Amadeus Mozart Violinkonzert Nr. 4 D-Dur KV 218 Allegro - Andante cantabile - Rondeau (Andante grazioso - Allegro ma non troppo) Carl Stamitz (1745-1801) Sinfonie Nr. 24 d-Moll Presto - Andante - Prestissimo Vermeintliche Konkurrenten
Von seinem sechzehnten Lebensjahr an diente der hochtalentierte Carl Stamitz fast ein Jahrzehnt lang als Violinist in der kurpfälzischen Hofkapelle in Mannheim, die sein Vater einst zu einem Elite-Orchester ausgebaut hatte. Dann aber, 1770, zog es ihn auf die internationale Bühne, zusammen mit dem kongenialen jüngeren Bruder Anton. Und das bedeutete von Mannheim aus erst einmal: nach Paris. Die französische Hauptstadt war eine pulsierende Musikmetropole, in der einen Instrumentalvirtuosen besonders die Concerts spirituels in den Tuilerien anlockten. Hier standen alle möglichen Gattungen instrumentaler Ensemblemusik auf dem Programm, und gerade darauf verstand sich ein »Mannheimer«. Das französische Publikum wiederum liebte den Mannheimer Stil mit seiner eingängig-klar gegliederten Thematik, den mitreißenden Ensemble-Crescendi und den delikaten Bläserepisoden. Im Herzog Louis de Noailles fand Stamitz damals einen Gönner, der ihn zu seinem Hofkomponisten ernannte und entsprechend dotierte. Von Paris aus reiste der Violinvirtuose in den kommenden Jahren zu Gastspielen nach Wien, Frankfurt, Augsburg und Straßburg. Bevor er dann 1776 nach London übersiedelte, gab er noch mehrere Sinfonien in Druck, von denen zwei im heutigen Konzert erklingen: Die Sinfonie Es-Dur erschien in einer Sammeledition des Pariser Verlegers Pierre Leduc, der sie dort zwischen gleichgearteten Werken seines Bruders Simon Leduc und von François Gossec veröffentlichte. Die Sinfonie d-Molldruckte etwa zur gleichen Zeit der Verleger Jean-Georges Sieber gemeinsam mit zwei weiteren Stamitz-Sinfonien in D-Dur und e-Moll als dessen Opus 15. Es dürfte eine der wenigen Sinfonie-Zusammenstellungen aus dem Paris der 1770er Jahre sein, in denen Moll-Tonarten überwiegen. Auch unter den etwa 50 Orchestersinfonien, die heute von Stamitz bekannt sind, blieben die beiden Moll-Werke Solitäre mit ihrem dem Sturm und Drang verpflichteten dramatischen Impetus (symptomatisch die Tempobezeichnung der Rahmensätze im d-Moll-Werk: Presto - Prestissimo). behe
MitwirkendeViktoria Mullova – ViolineL´arte del mondo Ltg. Werner Ehrhardt L´arte del mondo spielt heute in folgender Besetzung 1. Violine: Andrea Keller (Konzertmeisterin), Ingrid Schmanke, Andreas Hempel, Martin Ehrhardt, Karoline Klemm 2. Violine: Emilio Percan, Petar Mancev, Valentina Resnjanskaya, German Echeverri Chamorro Viola: Priscila Rodriguez, Joseph MacRae Ballantyne Violoncello: Leonhard Bartussek, Evelyn Buyken Kontrabass: Ioanis Babaloukas Oboe: Albert Romaguera, Sandra Sinsch Horn: Oliver Nicolai, Maria Vornhusen SendeterminDie Aufzeichnung des Konzertes sendet der Deutschlandfunk am Dienstag, den 22.9.2009 ab 21.05 Uhr. |
|
|
© musik+konzept 2005-2009 · Realisierung mjbEDV, Werl |
|