Szenebericht und Schlüsselforderungen des IFM e.V. 2018

Der IFM e.V. hat zusammen mit seinen sechs Musiksparten (Alte Musik, Elektronik & Klangkunst, Globale Musik, Jazz, Klassik und Neue Musik) fünf Meilensteine identifiziert, die als Schlüsselforderungen an Kulturpolitik und -verwaltung gerichtet sind, um die zukünftige Entwicklung der Freien Musik in Köln, als eine der stärksten und dynamischsten Musikszenen in Europa, weiter zu stärken und voranzutreiben.

  • Förderung der Einrichtung von spartenspezifischen Anlaufstellen für alle sechs Musiksparten bzw. Ausbau der Förderung der bereits bestehenden Anlaufstellen
  • Förderung der Einrichtung einer IFM-Geschäftsstelle
  • Schaffung eines “Hauses der Musik“ zur Verortung der freien Musikszene in Köln
  • Vertretung aller sechs Sparten mit eigener Stimme im städtischen Musikrat
  • Prozentuale Koppelung der Förderung der freien Musikszene an die Finanzierung der institutionellen Kultureinrichtungen (10%) und Erhöhung bzw. Zugang zu Projektmitteln und mehrjährigen Kooperationsförderungen für alle Sparten

 

Der komplette Szenebericht 2018 mit seinen Schlüsselforderungen:

Bericht der freien Musikszene Köln für den Kulturausschuß am 19.06.2018

Im Herbst 2017 hat sich die freie Musikszene in Köln neu im Dachverband IFM e.V. (Initiative Freie Musik) aufgestellt, in dem nun sechs Sparten (Alte Musik, Elektronik & Klangkunst, Globale Musik, Jazz, Klassik und Neue Musik) mit dem Ziel zusammengeschlossen sind, die Interessen freier Musiker*innen zu vertreten, ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern, ihre Aktivitäten zu unterstützen und Raum für Innovation und Kreativität in der Stadt zu schaffen. Die Arbeit des IFM e.V. als Mitglieder basierte Organisation mit aktuell gut 500 professionellen Akteuren der freien Musik in Köln, wird bisher ehrenamtlich getragen. Der IFM e.V. setzt sich ein für das aktive Bekenntnis zur Musikstadt Köln, um die neben Berlin stärkste und dynamischste Musikszene zu einem Markenzeichen in Deutschland, in Europa und darüber hinaus zu machen. Der IFM e.V. hat fünf Meilensteine identifiziert, die als Schlüsselforderungen an Kulturpolitik und -verwaltung gerichtet sind, um diese Ziele zu erreichen:

  • Förderung der Einrichtung von spartenspezifischen Anlaufstellen für alle sechs Musiksparten bzw. Ausbau der Förderung der bereits bestehenden Anlaufstellen
  • Förderung der Einrichtung einer IFM-Geschäftsstelle
  • Schaffung eines “Hauses der Musik“ zur Verortung der freien Musikszene in Köln
  • Vertretung aller sechs Sparten mit eigener Stimme im städtischen Musikrat
  • Prozentuale Koppelung der Förderung der freien Musikszene an die Finanzierung der institutionellen Kultureinrichtungen (10%) und Erhöhung bzw. Zugang zu Projektmitteln und mehrjährigen Kooperationsförderungen für alle Sparten


Als außerordentlich fruchtbar haben sich die bereits durch die Stadt geförderten Anlaufstellen ON – Neue Musik Köln und ZAMUS – Zentrum für Alte Musik erwiesen. Sie haben höchste Bedeutung für die fachspezifische Koordination der Aktiven und die qualitative Entwicklung der Arbeit dieser beiden Sparten, die weit über die Stadtgrenzen hinaus wahrnehmbar ist. Diese Förderung sollte fortgesetzt und ausgebaut werden und gleichzeitig als Modell und Maßstab für eine gleichwertige Förderung aller anderen Musiksparten in Köln dienen. Die Sparten Elektronik & Klangkunst, Globale Musik, Jazz und Klassik fordern deshalb dringend eine vergleichbare Förderung zur Einrichtung fachspezifischer Anlaufstellen, um einen nachhaltigen Strukturaufbau auch in ihren Bereichen leisten zu können durch Stärkung der Selbstorganisation jeder Sparte, fachspezifische Vernetzung, Repräsentanz im kulturpolitischen Dialog in NRW, national und international, praktische und juristische Hilfestellungen bei Antragverfahren; Assistenz bei der Erarbeitung von innovativen musikalisch-künstlerischen Konzepten, logistische Unterstützung bei Projekten, Organisation von fachspezifischen Fortbildungsmöglichkeiten, Verbesserung der spartenspezifischen Öffentlichkeitsarbeit, Ausschreibungen und Abwicklungen von spartenspezifischen Miniförderungen; Koordination, Durchführung und nachhaltige Verortung von herausragenden repräsentativen Projekten bzw. Festivals der jeweiligen Sparten u.v.a.m.
Die adäquate Spartenförderung für sechs Anlaufstellen sollte deshalb zeitnah auf der Grundlage des Leitprojektes „Stärkung der freien Szene“ im Kulturhaushalt vorgesehen werden. Dabei sollte auch die anvisierte prozentuale Koppelung der Förderung der freien Musikszene an die Finanzierung der Institutionellen Kultureinrichtungen realisiert werden.

Ergänzt wird das Spartenkonzept des IFM e.V. dadurch, daß sich der Dachverband als zentraler Ansprechpartner für die Gesamtheit der freien Musikszene im Dialog mit der Kulturverwaltung, den Kulturinstitutionen und der Kulturpolitik in Köln positioniert und die freie Musikszene Kölns auf internationalen Foren und Musikplattformen repräsentiert. Als Werkzeug der Öffentlichkeitsarbeit wird gerade die zentrale Website www.musik-in-koeln.de aufgebaut, die durch den Input der sechs Sparten und durch Fachredakteure gespeist werden wird, die vom IFM e.V. koordiniert werden. So wird mit der bereits bewilligten Förderung der Stadt Köln ein attraktives digitales Schaufenster entstehen, das die musikalisch vielfältige und reiche Musikstadt Köln eindrucksvoll darstellt.   
Weiterhin wird der IFM e.V. zukünftig auch bei der Akquirierung, Antragstellung, Bündelung und Abwicklung von Fördermitteln (z.B. Bund, EU, Auswärtige Kulturinstitute) sowie bei der Konzeptionierung von neuen Projekten, Veranstaltungsformaten und Festivals der gesamten freien Musikszene Kölns fungieren können.
Zur qualifizierten Erfüllung dieser Aufgaben ist die Einrichtung einer Geschäftsstelle, mit einer Personalstelle zeitnah erforderlich. Sie soll neben der Betreuung des Mitgliederbereichs auch weitere Ressourcen der freien Musikszene kostensparend, kompetent und zentral für alle Sparten übernehmen um Doppel- bzw. Mehrfach-Strukturen in den Sparten zu vermeiden.

Perspektivisch halten die Selbstorganisationen der sechs Sparten und der Dachverband IFM e.V. eine Verortung der freien Musikszene in einem Haus der Musik für die adäquate nachhaltige Lösung, die allen Aktiven in der Musikstadt Köln angemessene Arbeitsbedingungen ermöglicht. Dazu wird angeregt das Gebäude des ehemaligen Rautenstrauch-Joest-Museums am Ubierring entsprechend herzurichten mit:

  • einem akustisch hervorragenden kleinen Kammermusiksaal für 250 Personen
  • professionell ausgestatteten Proben- und Produktionsräume unterschiedlicher Größen, für Solisten und Ensemblearbeit, Werkstätten für Residenzen und kleine Säle für öffentliche Präsentationen und nicht akademische Workshops.
  • Lagerräume für den Technik-Pool mit künstlerisch-technischem Personal sowie für einen Instrumenten Pool globaler Musikkulturen, die nicht in Deutschland anzumieten und nur sehr kostspielig zu transportieren sind. 
  • Büros der Anlaufstellen der sechs Musiksparten und Sitz der Geschäftsstelle des IFM e.V. sowie von regionalen Netzwerken und Projektbüros des künstlerischen freien Musikbereichs
  • Informations- und Dokumentationszentrum und Archiv

 

Ein Haus der Musik am Ubierring würde, zentral im Süden der Stadt gelegen, die bisherigen Leuchtturm-Orte der freien Musikszene wie Stadtgarten, LOFT, MusikFabrik und ZAMUS durch einen Ort für neue Kooperationen ergänzen, Ideenschmiede und Szene-Treffpunkt sein und ein innovatives Juwel der Musikstadt Köln sein.

Die Kulturverwaltung wird weiterhin gebeten kurzfristig ein Mapping verfügbarer städtischer, akustisch und atmosphärisch geeigneter Räume für die Bedürfnisse freier Künstler*Innen zu erstellen und diese zentral verwaltet an die Musiker*innen der freien Szene zu vermitteln, um den Raumbedarf kurzfristig zu lindern bis ein Haus der Musik eine nachhaltige Lösung bietet. Darüber hinaus wird die Kulturverwaltung gebeten, Kontakte zu Drittanbietern und Institutionen zu vermitteln, mit diesen Sonderkonditionen auszuhandeln für günstige Mieten bei der Nutzung durch lokale Musiker/ Projekte. Weiterhin wird die Kulturverwaltung gebeten, Synergien zwischen der freie Musikszene und dem Leitprojekt „Kulturmarketing“ aktiv aufzugreifen und zu nutzen z.B. durch die Bewerbung als UNESCO Creative City of Music.

Download des gesamten Szeneberichts des IFM e.V. 2018 mit den spartenspezifischen Porträts und Forderungen.

 

Pressemitteilung zu den Leitprojekten der Stadt Köln: "Stärkung der Freien Szene"

Köln, den 19. April 2018. Pressemitteilung der Initiative Freie Musik Köln (IFM e.V.) zum Leitprojekt des Kulturdezernats (Stärkung der Freien Szene) und dem fahrlässigen Umgang der Kulturverwaltung im Abrufen verfügbarer Fördermittel.

Auf Anregung der Oberbürgermeisterin wurden von allen Dezernaten der Stadtverwaltung ab 2018 sogenannte „Leitprojekte“ formuliert. Sondervorhaben wenn man so will, die mit zusätzlichen Mitteln besondere Arbeitsfelder ausbauen und fördern sollen. Auch das Kulturdezernat hat drei solcher Leitprojekte formuliert; eines davon ist die „Stärkung der freien Szene als Akteur der Stadtgesellschaft“. Diese Schwerpunktsetzung der Verwaltung wird vom IFM eindeutig begrüßt.

Eine Anfrage der Fraktionen im Stadtrat von CDU und Grünen hat nun ergeben, dass vom Kulturdezernat zur Umsetzung der geplanten Leitprojekte nicht die volle zur Verfügung stehende Summe von drei Millionen Euro abgerufen wurde, sondern nur etwa 60 Prozent davon, sprich 1,9 Millionen Euro. Zur Begründung schreibt die Verwaltung, dass dies die Gelder seien, die „realistisch in 2018 benötigt würden“. Als größter Lobbyverband der Freien Musikszene, empfindet der IFM diese Einschätzung der Dezernatsspitze als skandalös und geradezu zynisch mit Blick auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen der hier ansässigen Künstlerinnen und Künstler. Es scheint, als ob die Verwaltung noch längst nicht in dem Maße für die Belange der Freien Szene sensibilisiert ist, wie dies zu erwarten wäre von einer Stelle, die sich das Modell der zwei gleichwertigen Kultursäulen (Institutionen einer- und Freie Szene andererseits) wiederholt öffentlichkeitswirksam auf die Fahnen schreibt.


Während am Offenbachplatz eine der teuersten Kulturbaustellen der Republik Millionen verschlingt, scheint es verwaltungsseitig wenig Bewusstsein dafür zu geben, dass eine der produktivsten Kunstszenen der Stadt viel zu oft vor existenziell finanziellen Problemen steht. Es ist weit mehr als nur eine Fahrlässigkeit, auf einen wesentlichen Teil der zur Verfügung stehenden Mittel aus freien Stücken zu verzichten, wo doch die zusätzlichen Gelder so einfach zur Verbesserung der Situation hätten nutzbar gemacht werden können.

Als Interessensvertretung der Freien Musikszene Kölns, hätte der IFM in den Überlegungen des Dezernats konsultiert werden müssen. Wir fordern dringend den Dialog mit den Verantwortlichen, um solchen Versäumnissen aktuell und in Zukunft entgegenzuwirken.Die Freie Musikszene verdient angesichts ihrer herausragenden Qualität eine größere Beachtung. Der IFM ist gerne bereit, an Leitprojekten, die die Stadt Köln u.a. musikalisch und vielfältig bereichern, auf Augenhöhe mitzuarbeiten.

Für den Vorstand und Sprecherrat des IFM e.V.
Birgit Ellinghaus, Daniel Mennicken, Tobias Kassung
(Vorstände)

Download der Pressemitteilung von Vorstand & Sprecherrat vom 19. April 2018

 

Pressemitteilung zur Kölner Musiknacht 2018

In der Folge der Umorganisation des IFM e.V. sind derzeit zahlreiche konzeptionelle und organisatorische Änderungen im Prozess. Um dabei nicht im laufenden Prozess über die eigenen Füße zu stolpern haben wir uns dazu entschieden, dass es im Jahr 2018 keine Kölner Musiknacht geben wird.

Ziel ist es die Interessen aller Akteure der freien Kölner Musikszene zu vertreten und ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen stetig zu verbessern. Die Mitgliederversammlung, der Vorstand und der Sprecherrat des IFM e.V. haben deshalb entschieden, zunächst über eine Neukonzeption von geeigneten Veranstaltungen und Präsenzen der Kölner Musikszene zu beraten, um adäquate Antworten und neue Formate zu entwickeln, die den aktuellen kulturpolitischen, künstlerischen und ökonomischen Anforderungen der Kölner Musikszene als Gesamtheit und allen Musikern in der Stadt sowie bei ihren Aktivitäten in NRW, national und international zur Verbesserung der kreativen Arbeit dienlich sind.

Download der Pressemitteilung des Vorstands vom 9. März 2018

 

Protokolle der Mitgliederversammlungen des IFM e.V.

 

Satzungen und Geschäftsordnungen des IFM e.V.